The Voyager 03.09.2026 | Page 19

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MEIN REISETAGEBUCH

„ Der Weg ist das Ziel – unterwegs mit dem Caravan zwischen Pinienduft, Dolce Vita und Alpengipfeln.“

Saskia Schäper, Projektmanagerin Marketing & Design

W enn man mit dem Caravan-Gespann reist, schaltet das Gehirn automatisch auf Entschleunigung um. Frei nach dem Motto „ der Weg ist das Ziel“. Aufgrund der Tempolimits dauert die Fahrt zwar etwas länger, aber genau das macht den Reiz aus: Ehrliches, bewusstes Reisen von der ersten Sekunde an. Unser Urlaub startete im Osten Nordrhein-Westfalens mit dem Ziel Marina di Ravenna an der itlienischen Adriaküste vor Augen.

Um die lange Strecke entspannt zu bewältigen, legten wir den ersten Zwischenstopp im idyllischen Iller-Tal ein. Der dortige Familien-Campingplatz erwartete uns mit bestem Wetter, einer wunderbaren Atmosphäre und gutem Essen im eigenen Restaurant. Genau richtig, um nach den ersten Kilometern kurz zu verschnaufen.

Am Folgetag rollte unser Gespann weiter nach Verona. Nachdem man sich nun schon wieder etwas an die temperamentvolle Fahrweise der Italiener gewöhnt hatte, folgte die Anfahrt zum Campingplatz. Wer selbst Camper ist, weiß, dass das häufig ein spannender Moment ist. Wie breit sind die Wege? Kann ich am Check-in gut halten? Passe ich mit meinem Gespann überhaupt auf die Parzelle? Jedoch war der Campingplatz in Verona auf Durchreisende ideal eingestellt und mit eigenem Check-in-Parkplatz, breiten Wegen und großzügigen Parzellen bestens ausgestattet. Ein weiteres Highlight für uns: Wir ließen nach der Ankunft das Auto am Campingplatz stehen und fuhren günstig und unkompliziert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln direkt ins historische Zentrum, um die Stadt der Liebenden ganz stressfrei zu erkunden.

� Die bunten und oftmals historischen Fassaden italienischer Innenstädte sind tolle Hingucker.

� Kochen an der frischen Luft und den Abend bei einem Glas Wein zwischen Pinien und Strand ausklingen lassen – was könnte mehr „ La Dolce Vita“ sein?

Am nächsten Tag sind wir dann in Ravenna angekommen und schlugen unser Lager – beziehungsweise unsere kleine Wohndose – in einem herrlich duftenden Pinienwald auf. Den idyllischen Platz trennten nur wenige Meter zu Fuß vom feinen Sandstrand. Die kommenden zwei Wochen waren purer Seelenbalsam: Bücher lesen, lange Strandspaziergänge, grandiose Pizza, guter Wein und allabendliche Sonnenuntergänge am Meer.

Für eine Dosis Kultur sorgte dann noch ein Tagesausflug ins schöne Bologna. Auch hier nutzten wir für wenig Geld Bus und Bahn, was uns die lästige Parkplatzsuche und den dichten Stadtverkehr ersparte.

In unserer letzten Nacht an der Adria überraschte uns ein für die Jahreszeit typisches, heftiges Sommerunwetter. Was von Weitem spektakulär aussah, wusch den Campingplatz schnell ordentlich durch. Ein umgestürzter Baum blockierte am nächsten Morgen die Ausfahrt, wurde aber von den flinken Campingplatzmitarbeitern zügig zersägt.

� Klare Bergluft und ein atemberaubendes Panorama, an dem ich mich nicht sattsehen kann.

� Shopping zwischen den riesigen Felsformationen der Alpen bekommt man als Westfale nicht alle Tage.

Innsbruck ist auf jeden Fall immer einen Aufenthalt wert!

Unseren geplanten Zwischenstopp auf dem Rückweg nahe Innsbruck erreichten wir dadurch erst so spät, dass an eine Stadtbesichtigung am Abend nicht mehr zu denken war. Kurzerhand blieben wir eine Nacht länger – die beste Entscheidung überhaupt! Ab zwei Übernachtungen bieten viele österreichische Regionen kostenlose Gäste-Karten an, die den Nahverkehr und oft auch Bergbahnen beinhalten. So blieb uns die wunderschöne Alpenstadt doch nicht vorenthalten.

Auf dem Weg zurück Richtung NRW suchte mein Partner im Auto nach einem finalen Stellplatz. Ein glücklicher Zufall führte uns auf ein Weingut nahe Würzburg. Zwischen zahlreichen Obstbäumen durften wir unser Gespann abstellen, die herrliche Aussicht genießen und den köstlichen Wein probieren – von dem natürlich direkt ein paar Flaschen in der Hofvinothek für zu

Hause eingepackt wurden. Ein wunderbar runder Abschluss für ein echtes Roadtrip-Abenteuer!

� Das Weingut Schmitt existiert in der dritten Generation und betreibt auch Obst- und Ackerbau.

� Ein Stellplatz mitten in den Obstbäumen – natur- näher geht‘ s fast nicht.

5 Dinge, die ich gelernt habe

1

Bus oder Bahn – Hauptsache Öffis Erspart euch den Stress der umständ- lichen Parkplatzssuche und der Fahr- gewohnheiten in anderen Ländern. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind im Ausland häufig deutlich besser und günstiger als in Deutschland.

2

Der Weg ist das Ziel Auch wenn wir bereits einen Zielcampingplatz gebucht hatten, haben wir uns ausreichend Zeit für An- und Abreise eingeräumt. Den Weg haben wir dann ganz spontan gestaltet und es ist ein tolles Reiseabenteuer mit wunderbaren Orten daraus geworden.

3

Gästekarten In Österreich und Südtirol lohnt es sich fast immer, mindestens 2 Nächte zu bleiben. Die kostenlosen Regionalkarten( z. B. Innsbruck Welcome Card) bringen enorme Ersparnisse bei Bergbahnen, Bussen und Eintritten.

4

Bewusst auch mal( fast) nichts tun Heute ist fast jeder ständig erreichbar

und das Smartphone ist kaum noch wegzudenken. Ob für Fotos oder eine schnelle Nachricht, es ist immer dabei. Wie wäre es also mit einem Picknick, einem Spaziergang am Strand oder mit einem Buch die Seele baumeln lassen, ganz ohne Handy?

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Kulinarik Open Air Italien ist für viele der Inbegriff der guten Küche. Ob eine echte italienische Pizza oder grandiose Pasta, der Gaumen kommt mit Sicherheit nicht zu kurz. Aber wie wäre es, sich selbst zu versuchen? Die Campingküche hat mit Gaskocher und Co. ihre ganz eigenen Reize und ein Besuch auf dem Markt lässt den inneren Koch fast automatisch erwachen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer frischen Dorade?