The Voyager 09.07.2026 | Page 20

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MEIN REISETAGEBUCH

„ Hochhäuser, Küste, Altstadt und Regenwald – Panama-Stadt hat mich überrascht.“

Anja Bethge, Redaktionsmanagerin

Ü ber meine Reise nach Panama habe ich bereits in Ausgabe 20 / 2026 berichtet. Den Abschluss unserer Reise – drei Nächte in Panama-Stadt – widme ich einem eigenen Artikel. Denn wer nach Panama reist, könnte hier problemlos eine ganze Woche oder länger verbringen. Die Stadt eignet sich perfekt als Base: ein bisschen Großstadt, aber vor allem der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung.

Wir hatten allerdings nur zwei volle Tage vor Ort – und eines vorweg: Eine Stadt bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit zu erkunden, ist anstrengender, als man denkt. Umso besser, dass wir uns für ein Hotel im modernen Viertel Punta Paitilla entschieden haben – direkt am Pazifik, mit Pool und Blick auf die Skyline. So starteten wir früh in den Tag und verbrachten die heißen Nachmittage entspannt am Pool.

� Von der Calzada de Amador, auch Causeway genannt, hat man einen tollen Blick auf die Skyline.

� Unser Hotel, das Plaza Paitilla Inn, mit Pool und tollem Blick war ideal für die heiße Mittagszeit – und den Sonnenuntergang.

Die Kulisse von Panama-Stadt ist beeindruckend: Hochhäuser, Palmen, das Meer – eine Mischung, die man so selten sieht. Direkt vor unserem Hotel verlief die Cinta Costera, die große Uferpromenade. Von hier aus sind wir mit dem Fahrrad bis in die Altstadt Casco Viejo gefahren. Der Weg dorthin ist schon ein Erlebnis für sich: weite Ausblicke auf die Skyline, viel Grün, eine entspannte Atmosphäre.

Wer möchte, kann die Strecke sogar bis zur Calzada de Amador verlängern – eine etwa 3,5 Kilometer lange Landbrücke, die das Festland mit mehreren Inseln verbindet. Hier gibt es breite Radund Spazierwege, Restaurants und Bars. Auf der einen Seite die Skyline von Panama-Stadt, auf der anderen die Brücke Puente de las Américas – und davor die wartenden Containerschiffe. Wir waren mit dem Mietwagen dort unterwegs und hatten unter der Woche angenehm viel Ruhe. Ein Stopp, den wir hier leider ausgelassen haben: das auffällige Biomuseo mit seiner bunten Architektur – definitiv etwas für das nächste Mal.

Die Altstadt Casco Viejo gehört zum Pflichtprogramm. UNESCO-Weltkulturerbe, koloniale Architektur, enge Gassen, Kirchen, kleine Läden und viele Restaurants. Wir haben uns einfach treiben lassen und sind eher zufällig auf den Turm der Kirche San Francisco de Asís gestoßen. Spontan sind wir hinaufgestiegen – und wurden mit einem tollen Blick über die Altstadt belohnt.

�. Mit dem Fahrrad die Uferpromenade Cinta Costera entlangzufahren, war ein Highlight unserer Panama-Reise.

� Unglaublich: Mitten in der Stadt beginnt der Regenwald – auf dem Weg zum Ancón Hill haben wir sogar Faultiere entdeckt.

Was man wissen sollte: Casco Viejo und die Cinta Costera wird stark überwacht, überall ist Touristenpolizei präsent. Direkt angrenzend liegen Viertel wie El Chorrillo, in denen man sich als Tourist besser nicht aufhält. Wir haben uns zwar jederzeit sicher gefühlt, aber man merkt deutlich, wie nah hier Arm und Reich beieinanderliegen. Moderne Hochhäuser und einfache Viertel treffen direkt aufeinander.

Das macht auch einen Teil der Stadt aus – und erklärt, warum die klassischen Sehenswürdigkeiten begrenzt sind. Panama-Stadt lebt weniger von einzelnen Highlights als vielmehr von der Lage. Denn von hier aus lassen sich wunderbar Ausflüge unternehmen: in den Nationalpark Soberanía, zum Panamakanal oder zu den Stränden am Pazifik – sogar die Karibikküste ist nur etwa eine Stunde entfernt.

Ein Highlight wollten wir uns zum Schluss aber noch erfüllen: Faultiere und Tukane in freier Wildbahn sehen. Nach ein bisschen Recherche entschieden wir uns für den Ancón Hill, mitten in der Stadt. Eine kurze, aber schöne Wanderung durch dichten Wald mit tollen Ausblicken auf die Skyline. Und tatsächlich: Wir hatten Glück. Ein Faultierbaby mit seiner Mama direkt am Weg – und dank der Adleraugen meiner Tochter entdeckten wir auch noch einen Tukan. Ein Moment, der diese Reise perfekt abgerundet hat.

Mein Fazit: Panama-Stadt ist kein Ort, an dem man tagelang Sehenswürdigkeiten abhakt. Aber genau das macht die Stadt so spannend: Als Ausgangspunkt für Natur, Abenteuer und Entdeckungen ist sie kaum zu schlagen – und damit perfekt für einen längeren Aufenthalt.

Meine 5 Tipps für Panama-Stadt

1

Casco Viejo erkunden Einfach treiben lassen, durch die Gassen schlendern und unbedingt auf den Turm der Kirche San Francisco de Asís steigen – der Ausblick ist toll. Die Altstadt hat übrigens auch viele Rooftop-Bars.

Lokale Küche probieren Unbedingt Sancocho de Gallina

2 probieren – ein deftiger Eintopf. Gibt es für 4 USD im Café Coca Cola in der Altstadt. Aber auch frittierte Yuca-Pommes oder Patacones( frittierte Kochbananen) sind typisch und lecker.

3

Fahrrad ausleihen Fahrräder gibt es z. B. bei Moses Bikes für 15 USD pro Tag. Perfekt, um die Uferpromenade entlangzufahren. Tolle Ausblicke, viele Spielplätze, entspannte Atmosphäre und ein Stopp am Fischmarkt lohnt sich.

Natur in der Stadt Der Ancón Hill oder der

4

Parque Natural Metropolitano ist ideal für Wanderungen mit Aussicht und Tierbeobachtungen. Mit etwas Glück entdeckt man hier Faultiere, Tukane & Co. Kamera mit Teleobjektiv nicht vergessen!

5

Sundowner in der Rooftop-Bar

Die Luna Rooftop Bar im 31. Stock im Finanzviertel bietet eine spektakuläre Panoramaaussicht und richtig gute Drinks. Wenn langsam die Lichter der Stadt angehen, entsteht eine ganz besondere Stimmung.