Elegante Gartenanlagen, außergewöhnliche Pflanzenbilder und kunstvoll angelegte Sichtachsen ziehen dich magisch an? Dann entdecke, wie inspirierend Thüringens Parks und Gärten bis heute sind – Orte, die schon große Geister wie Goethe beflügelt haben.
G oethes
Worte „ Hier bin ich Mensch, hier darf ich’ s sein.“ hallen wie ein Echo durch die Landschaften, in denen er lebte und arbeitete. In Thüringen wurden Gärten zu Orten der Dichtung, zu Experimentierfeldern für Gestaltung und Ideen mit Wirkung weit über die Region hinaus. Wer heute durch den Park an der Ilm, Herders Garten oder den Paradiespark geht, folgt Spuren großer Geister – und merkt schnell: Diese Orte haben nichts von ihrer Kraft verloren.
Park an der Ilm
Foto: Carlo Bansini
� Goethes Gartenhaus am Rande der Weimarer Altstadt
Der Park an der Ilm ist kein Park für den schnellen Besuch – er ist ein Ort zum Ankommen. Entlang geschwungener Wege, vorbei an alten Bäumen und weiten Wiesen entfaltet sich eine Landschaft, die wie ein begehbares Kunstwerk wirkt. Hier liegt Goethes Gartenhaus, hier dachte, schrieb und gestaltete er – und genau dieses Gefühl ist bis heute spürbar. Sichtachsen öffnen immer wieder neue Perspektiven, führen den Blick zum Römischen Haus, zum Stadtschloss oder hinaus in die sanfte Umgebung. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt nicht nur die Schönheit des Parks, sondern auch seine besondere Atmosphäre: ruhig, weit und inspirierend. Ein Spaziergang hier fühlt sich weniger wie ein Ausflug an – und mehr wie eine
kleine Reise in eine andere Zeit.
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Herdergarten
Foto: Martin Fehringer
� Ein grünes Refugium hinter dem ehemaligen Wohnhaus von Johann Gottfried Herder
Bei einem Besuch in Weimar sollte man hinter der Stadtkirche einen kurzen Stopp einlegen. Herders Garten ist kein prachtvoller Park, sondern ein schlichter Pfarrgarten mit Obstbäumen, Kräutern und Beeten. Gerade diese Unaufgeregtheit macht ihn so besonders. Hier dachte der Dichter, Theologe und Philosoph Johann Gottfried Herder über Mensch, Sprache und Kultur nach, immer im Einklang mit der Natur. Der Garten gehört gemeinsam mit Kirche und Wohnhaus zum UNESCO-Welterbe „ Klassisches Weimar“ und ist ein stiller Ort mit großer Wirkung.
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Paradiespark Jena
Foto: Moritz Kertzscher, Thüringer Tourismus GmbH
� Eine weitläufige Grünlandschaft entlang der Saale
Der Paradiespark in Jena zeigt, wie modern ein Parkgedanke sein kann. Die Flächen von Rasenmühleninsel, Paradies und Oberaue gehen nahtlos ineinander über und bilden eine grüne Oase, die gleichermaßen Raum für Bewegung, Begegnung und Entspannung bietet. Geprägt ist dieser Ort auch von den Ideen Ernst Abbes. Der Physiker und Sozialreformer verstand Grünflächen nicht als Luxus, sondern als gesellschaftliche Notwendigkeit. Licht, Luft und freie Zeit sollten allen zugänglich sein – als Grundlage für Bildung, Gesundheit und Teilhabe. Genau das spürt man bis heute: Der Park gehört allen.
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Haus Schulenburg
Foto: Florian Trykowski
� Haus, Garten und ein zusätzlicher Park von 4.000 m ² sind für die Öffentlichkeit zugänglich
Das Haus Schulenburg in Gera zeigt, wie eng Architektur und Natur zusammengehören können. Henry van de Velde entwarf Villa und Garten als Einheit: Terrassen, Wege und Pflanzungen greifen nahtlos ineinander, der Außenraum setzt fort, was im Inneren beginnt. Für van de Velde war Gestaltung mehr als Form – sie war Haltung. Der Garten wird hier nicht zur Zierde, sondern zum gleichwertigen Teil des Ganzen. Eine Idee, die den Weg in die Moderne ebnete. Weitere Infos �
Bachhaus Eisenach
Foto: Gregor Lengler, Thüringer Tourismus GmbH
� Der denkmalgeschützte Bachhaus- Garten lädt zum Verweilen ein
Im Bachhaus Eisenach wird Musik zum Raum. Hier, in der Geburtsstadt Johann Sebastian Bachs, lässt sich spüren, wie eng Klang, Ordnung und Umgebung zusammengehören. Der kleine Garten wirkt dabei wie ein ruhiger Resonanzraum – ein Ort, an dem Musik nicht nur gehört, sondern erlebt wird. Bachs Kompositionen folgen klaren Strukturen, geprägt von Rhythmus und Wiederholung. Genau dieses Prinzip scheint sich auch im Außenraum widerzuspiegeln: ein Zusammenspiel aus Maß, Harmonie und Stille. Das Museum selbst verbindet Geschichte mit neuen Perspektiven – und zeigt, wie zeitlos Bachs Werk bis heute ist.