The Voyager 14.05.2026 | Page 20

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MEIN REISETAGEBUCH

„ Manchmal reicht ein spontaner Klick – und schon geht es für ein paar Tage mitten hinein ins pulsierende London.“

Julia Schuster, Lektorin

M anchmal braucht es gar nicht viel: ein paar freie Tage Ende Februar, ein kurzer Blick auf die Flugpreise – und schon ist die Entscheidung gefallen. London? Warum eigentlich nicht. Spontan gebucht, Koffer schnell gepackt und wenige Tage später saßen wir schon im Flieger von Lübeck nach London Stansted. Für gerade einmal 30 Euro pro Person – zumindest theoretisch. Denn wie immer bei Ryanair gilt: Der günstige Preis ist nur der Einstieg. Ohne Sitzplatzreservierung und Gepäck wäre es beim Schnäppchen geblieben, aber wir wollten entspannt reisen und auch ein bisschen Platz für Shopping lassen. Am Ende landeten wir bei rund 70 Euro pro Person – immer noch ein richtig guter Deal.

� Frühling im St. James’ s Park – eine kurze Verschnaufpause vom Trubel der Stadt.

� Spaziergang über die Westminster Bridge mit Blick auf das London Eye.

Vom Flughafen Stansted aus hat man mehrere Möglichkeiten, in die Stadt zu kommen. Wir entschieden uns diesmal für eine entspannte Variante und bestellten uns einen Lyft-Fahrer. Alternativ gäbe es auch den Stansted Express bis zur Liverpool Street oder Busse nach Central London.

Unser Zuhause für die nächsten Tage war das Hilton London Bankside – und die Lage hätte kaum besser sein können. Direkt hinter der Tate Modern gelegen, ist man in wenigen Minuten an der Themse und mitten im Geschehen. Bankside selbst ist ein spannendes Viertel: nicht zu touristisch, aber voller Leben. Restaurants, kleine Cafés und Bars – alles fußläufig erreichbar. Genau unser Ding. Wir haben uns angewöhnt, bei jedem London-Besuch in einem anderen Viertel zu wohnen. So entdeckt man die Stadt immer wieder neu.

Da wir schon oft in London waren, hatten wir diesmal keinen festen Plan. Kein striktes Touriprogramm, kein Abhaken von Sehenswürdigkeiten. Stattdessen: treiben lassen. Und genau das macht den Reiz aus. Trotzdem standen ein paar Klassiker auf unserer Liste – Borough Market, Westminster, Covent Garden und ein Spaziergang durch den Hyde Park durften nicht fehlen.

� Mittagspause am Borough Market – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

� Blick auf das Victoria Palace Theatre zum Sonnenuntergang.

Was bei keinem London-Trip fehlen darf: gutes Essen. Von klassischen Fish & Chips über Dumplings bis hin zu Pizza Express und Wagamama – wir haben uns einmal quer durch die Stadt gegessen. Und dank der unzähligen Espresso- und Matcha- Bars war auch die tägliche Koffeinversorgung gesichert. Die vielen Schritte – meist um die 25.000 pro Tag – liefen sich dadurch fast von allein. Fortbewegt haben wir uns hauptsächlich zu Fuß, ergänzt durch Bus, Tube und gelegentlich das Wasser-Taxi. Gerade Letzteres ist eine tolle Möglichkeit, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu erleben und eine kurze Laufpause einzulegen.

Nach drei intensiven Tagen saßen wir wieder im Flieger zurück nach Lübeck – müde, glücklich und mit dem festen Vorsatz: Wir kommen ganz bald wieder. See you soon, London!

Unser Programm für 3 Tage in London

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Ankommen und eintauchen

Nach dem Check-in im Hotel ging es direkt los. Kurz die aktuelle Ausstellung in der Tate Modern besucht und ein erster Spaziergang entlang der Themse, mit Blick auf die Skyline – besser kann man nicht in einen London- Trip starten. Der Borough Market war wie immer ein Highlight: laut, bunt, voll und einfach unglaublich lecker. Dumplings hier, ein schneller Snack dort, dazu ein guter Kaffee – und plötzlich waren wir mittendrin im London-Gefühl.

London von seiner entspannten Seite

2

Der zweite Tag begann ruhig. Frühstück in einem kleinen Café um die Ecke, danach ein langer Spaziergang Richtung Westminster. Big Ben, Houses of Parliament – Klassiker, die man einfach immer wieder anschauen kann. Von dort ging es weiter Richtung Covent Garden. Straßenmusik, kleine

Läden, viel Leben – ein perfekter Ort zum Bummeln. Am Nachmittag stand eines unserer vorgebuchten Highlights an: eine Afternoon Tea Cruise auf der Themse. Startpunkt war der Tower of London, und schon das Einsteigen hatte etwas Besonderes. Während das Boot langsam über die Themse glitt, wurden Scones, Sandwiches und kleine Kuchen serviert – begleitet von Tee und einem fantastischen Blick auf die Stadt. London vom Wasser aus zu sehen, hat einfach seinen eigenen Charme.

3

Magie und Großstadtleben

Der dritte Tag war geprägt von einem Mix aus Entspannung und Vorfreude. Noch einmal durch den Hyde Park schlendern, die ersten Frühlingsboten entdecken – Magnolien, Kirschblüten und überall ein Hauch von Aufbruch. Das Wetter spielte perfekt mit: kaum Regen, milde Temperaturen – genau richtig für lange Spaziergänge. Am Abend wartete dann das absolute Highlight der Reise: ABBA Voyage in Stratford. Schon im Vorfeld hatten wir viel darüber gehört – und trotzdem waren wir nicht vorbereitet auf das, was uns erwartete. Es ist schwer zu beschreiben, ohne zu spoilern, aber eines kann man sagen: Man vergisst komplett, dass dort keine echten Menschen auf der Bühne stehen. Agnetha, Björn, Benny und Frida wirken so real, dass man sich immer wieder dabei ertappt, ungläubig zu staunen. Unterstützt von einer Live- Band entsteht ein Erlebnis, das gleichzeitig nostalgisch und futuristisch ist. Dass Fotografieren und Filmen verboten ist, macht das Ganze sogar noch besser – man ist gezwungen, den Moment wirklich zu erleben. Selbst unsere Teenager-Tochter war restlos begeistert. Selten erlebt, dass alle Generationen gleichzeitig so geflasht sind.

Mein Fazit: London hat für mich diesen ganz besonderen Reiz: In nur anderthalb Stunden Flugzeit ist man mitten in einer Weltstadt, die gleichzeitig modern und traditionsreich ist. Drei Tage reichen aus, um komplett einzutauchen, den Puls der Stadt zu spüren und den Alltag hinter sich zu lassen. Und trotzdem ist es jedes Mal zu kurz...