B eim Boarding werfe ich meist einen kurzen, neidischen Blick in die Business Class. Vielleicht sogar noch weiter nach vorn, Richtung First. Breite Sitze, Champagner, Menschen, die aussehen, als würden sie von einen Spa zum nächsten fliegen. Wir Normalverdiener hingegen: Economy Class. Knie am Vordersitz, Ellenbogen im Clinch mit dem Nachbarn, Schlaf irgendwo zwischen Wunschdenken und Nackenschmerzen.
United Airlines hat erbarmen: In der „ Relax Row“ werden drei Sitze zum Bett. Es gibt zwar keinen Vorhang, der uns vom besseren Leben trennt, aber immerhin die Chance, sich mal auszustrecken, ohne gleich in einen Kleinwagen investieren zu müssen.
Natürlich ist das Ganze nicht ganz so glamourös wie vorne im Flieger. Niemand bringt dir hier Kaviar ans „ Bett“, und richtig ausstrecken kannst du dich nur, wenn du nicht größer als 1,50 Meter bist. Aber ganz ehrlich: Wenn ich es schaffe, acht Stunden halbwegs gerade zu liegen, statt wie ein zusammengefalteter Campingstuhl zu schlafen, dann ist das schon ein Upgrade fürs Leben.
Ironischerweise zeigt dieses Konzept aber auch: Wie niedrig unsere Erwartungen an Economy-Flüge inzwischen sind. Ein bisschen Platz – und wir sind begeistert. Aber vielleicht ist die „ Relax Row“ der Anfang einer neuen Entwicklung? Einer, in der Langstreckenflüge nicht mehr nur für die Besserverdiener komfortabel sind. Bis dahin gilt: Ich schaue weiter neidisch nach vorne. Ab 2027 kann ich dann wenigstens horizontal neidisch sein.
� Ab 2027 plant United Airlines die Einführung einer neuen Option für die Langstrecke namens „ Relax Row“: eine eigene Dreierreihe, die in eine couchähnliche Liege fläche verwandelt werden kann.