Zwischen Licht, Schatten und flüchtigen Momenten entsteht die Bildsprache von Julia Nimke. Im Interview erzählt die Reisefotografin von ihrem Weg, internationalen Aufträgen und der Leidenschaft, die ihre Fotografien so besonders macht.
Interview: Sarah Alexandra Fechler, Fotos: Julia Nimke
M anche Fotografien wirken, als seien sie dem Moment direkt abgerungen – flüchtig, leicht, und doch voller Bedeutung. Genau hier setzt die Arbeit von Julia Nimke an. Die junge deutsche Fotografin ist weltweit für Kunden unterwegs und versteht es, Orte und Menschen in eine stille, visuelle Erzählung zu übersetzen. Ihre Bilder spielen mit Licht und Schatten, mit Nähe und Distanz, immer getragen von einem feinen Gespür für den richtigen Augenblick. Ob auf Reisen, bei Aufträgen für
ZUR PERSON
Julia Nimke ist eine international tätige Lifestyle- und Reisefotografin mit Sitz in Berlin. Mit einem ausgeprägten Gespür für Licht, Atmosphäre und den richtigen Moment erzählt sie visuelle Geschichten, die Ruhe und Authentizität ausstrahlen.
� @ julianimkephotography
� www. julianimke. com internationale Marken oder im privaten Alltag: Julia Nimke sucht nicht das Spektakel, sondern das Echte.
Du bist eine renommierte Lifestyle- und Reisefotografin – wie kamst du genau zu dem Genre? Ich habe mich nicht bewusst für den Bereich entschieden, bin da eher so reingeschlittert über die Zeit. Ich bin in diesen Bereich gekommen, weil es der ist, der mich privat auch am meisten interessiert und dementsprechend darin viel Leidenschaft liegt. Ich rate allgemein, dass man sich den Bereich aussucht, für den man eine Passion hat.
� Nicht etwa den Eiffelturm in Paris, sondern den ihm nachempfundenen 333 Meter hohen Tokyo Tower in Japans Hauptstadt sehen wir hier.
� Der Taucher im Infinity Pool auf Mykonos, das warme Licht, der
Ausblick auf das Meer – das alles lädt zum Fernträumen ein.
Was fotografierst du am liebsten? Porträts? Architektur? Reisemomente? Ich mag am liebsten den Mix aus Allem. Generell mag ich die Verbindung von Mensch und Ort im Allgemeinen sehr.
Hast du eine fotografische Ausbildung genossen? Ich habe eine Ausbildung zur Fotografin in einem Porträt- und Werbestudio in Berlin gemacht von 2008 – 2010. Danach habe ich zudem meinem Meister als Fotografin gemacht in Potsdam.
Warum fotografierst du mit Leica? Was verbindet dich mit der Marke? Leica war schon immer für mich bekannt als unfassbar zeitlose Kameras mit cleanem Design. Ich bin ein sehr ästhetisch fokussierter Mensch und da kommt für mich nichts über Leica.
„ Es gibt unfassbar viele Reiseziele,
Wie würdest du deinen fotografischen Stil beschreiben? Da tue ich mich immer schwer mit. Ich würde behaupten, die ich in meinem Leben gern be- reisen möchte.“ dass sich der Stil immer auch wandelt und nie einfach nur genauso bleibt. Als verbindendes Element durch alle Phasen zieht sich jedoch: licht-fokussiert, ruhig, warm.
Wo auf der Welt und für welchen Kunden warst du als Letztes unterwegs? Zuletzt war ich für den Tourismusverband von St. Moritz in der Schweiz unterwegs. Das war ein toller Auftrag mit kompletter kreativer Freiheit. Davor ging es für mich für Belmond Hotels nach Mexiko und bald stehen Shootings in Barcelona, Rom und Amsterdam an.
� Wie Nimke in scheinbar kleinen Szenen und mit wenigen Elementen Geschichten in ihren Aufnahmen erzählt, kann man hier gut sehen.
� Mit dieser Aufnahme gibt uns Julia Nimke einen Blick in das sagenumwobene und berühmte Kulm Hotel in St. Moritz in der Schweiz.
Was war dein bisher aufregendster Auftrag? Das ist wirklich schwer zu sagen. Es gibt so so viele tolle Aufträge und ich liebe alle. Ein sehr aufregender war aber auf jeden Fall ein Shooting für Singapore Airlines in Kooperation mit Leica, wo ich auf dem Flug von London nach Singapore Fotos erstellen musste und den Flug als Erlebnis auf meine Weise einfangen sollte und diese Bilder dann im Leica Store in Singapore ausgestellt wurden.
Welche künstlerische Freiheit hast du in deiner Arbeit? Das kommt ganz auf den Auftrag an. Jedes Projekt sieht bei mir eigentlich unterschiedlich aus. Manchmal habe ich komplette Freiheit, wie ich eine Geschichte mit Bildern erzähle, manchmal muss ich mich an strikte Vorgaben durch Art Direction halten. Ich liebe die Abwechslung sehr und kann mich mit beiden Extremen sehr gut arrangieren und die jeweiligen Vor- und Nachteile daraus ziehen.
Gibt es einen Ort, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Peru hat auf jeden Fall mein Herz erobert. Ich war dort im Auftrag für Belmond Hotels und durfte zusammen mit meiner Partnerin mit dem Nachtzug durch die Anden fahren. Ich habe mich in die Landschaft, die Kultur, das Essen verliebt.
Gibt es einen Ort, den Du gern noch bereisen möchtest? Ob mit Auftrag oder ohne? Es gibt unfassbar viele Reiseziele, die ich in meinem Leben gern bereisen möchte, nur um mal ein paar zu nennen: Bhutan, Kamtschatka, Namibia, Papua Neuguinea, Oman, Mongolei und noch so viel mehr.
� Wie ein Blick ins Paradies wirkt diese Aufnahme, die Fotografin Julia Nimke für einen ihrer Kunden einfing.
� Urlaubsfeeling und Wärme verströmt auch dieses Porträt in der Reflexion. Im Bild zu sehen ist Julia Nimke in einem Selbstporträt in Griechenland im Auftrag des Mandarin Oriental Hotels.