The Voyager 22.01.2026 | Page 12

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UNESCO-Weltkulturerbe

Kulinarik als Kulturerbe

Von Michael Hüttinger

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I talien gehört zu den absoluten Lieblingsreiseländern der Deutschen. Wegen der Landschaft, der Sprache, der Geschichte – und ganz besonders: wegen des Essens. Das sieht auch das Unesco-Komitee so und hat die italienische Küche nun zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Die Entscheidung ist historisch: Zum ersten Mal wurde nicht eine einzelne Zubereitung, nicht ein Rezept oder eine Technik ausgezeichnet, sondern eine gesamte Landesküche. Und das mit gutem Grund: In Italien ist Essen nicht nur eine Mahlzeit, sondern ein soziales Ritual, ein generationenübergreifendes Erbe, das die Menschen verbindet – von Nonna bis zum Enkelkind, von Palermo bis Bozen.

Was an der italienischen Küche fasziniert: Sie braucht keine großen Gesten. Keine Schaueffekte. Keine Sterne. Ihre Zutaten sind oft einfach, ihr Anspruch nie. Es geht um Saisonalität, um Herkunft, um das Teilen – um das Leben an sich. Dass die UNESCO das anerkennt, ist mehr als Symbolik. Es ist ein Statement gegen Standardisierung, gegen Fastfood-Mentalität, gegen den Verlust von Esskultur. Und ja, es ist auch ein guter Grund, bald mal wieder nach Italien zu fahren.

� Die Unesco hat Pizza, Pasta und Co. in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.