„ Winterglück und Familienzeit zwischen Bauernhof, Berchtesgaden und Bergpanorama.“
Leonhard Steinberg, Herausgeber
D er Winter zeigte sich im Rheinland mal wieder nur in Grautönen, und in unserer Familie wuchs der Wunsch nach einer echten Winterkulisse. „ Wir wollen mal wieder richtigen Schnee sehen!“ – dieser Satz brachte schließlich alle auf den gleichen Gedanken. Also haben wir spontan nach einer Unterkunft gesucht und sind im bayerischen Voralpenland fündig geworden. Unser Ziel war eine wunderschöne Ferienwohnung auf einem Bauernhof zwischen Rosenheim und Wasserburg am Inn, mit freiem Blick auf das Alpenpanorama direkt aus dem Wohnzimmer. Und gleich nebenan der Kuhstall, in dem wir jederzeit vorbeischauen durften.
� Ganz oben am Gipfel des Wendelsteins befindet sich die kleine Wendelinkapelle.
� Die Kleinstadt Wasserburg am Inn mit ihren Gassen und den bunten Häusern hat uns überrascht.
Unser erster Ausflug führte uns zum Wendelstein. Die Autofahrt zur Talstation war noch schneefrei, die Felder nur leicht mit Puderzucker bestäubt. Doch mit jedem Höhenmeter, den die historische Zahnradbahn zurücklegte, verwandelte sich die Landschaft: Aus Grau wurde Weiß, aus nackter Kälte ein echter Wintertraum. Oben erwarteten uns strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel und eine dicke Schneedecke. Wir stapften durch den knirschenden Schnee, atmeten die klare Bergluft ein und ließen uns anschließend auf der Hütte Kakao und Kaffee schmecken – warm, gemütlich und mit Aussicht.
Tags darauf ging es für mich zurück in die Vergangenheit – nach Berchtesgaden, wo ich als Kind viele Winter verbracht habe. Und tatsächlich: Ich konnte noch fast jeden Gipfel benennen. Die Region war tief verschneit, die Fahrt über den Königssee ein echtes Erlebnis. Unsere Kinder waren begeistert vom Echo, die Halbinsel St. Bartholomä lag in einer fast märchenhaften Stille, überragt von der imposanten Watzmann-Ostwand. Ein Moment, der hängen bleibt.
Zurück auf dem Hof verbrachten wir entspannte Stunden. Kein Sightseeing-Marathon, sondern gemeinsame Zeit. Die Kinder durften in den Stall, wir kochten, spielten, lasen und genossen einfach das Dasein. Diese Mischung aus kleinen Abenteuern und langsamen Tagen war genau das, was wir gebraucht hatten.
Und dann, natürlich: Zurück im Rheinland erwarteten uns Schneemassen. Was für eine
Ironie des Winters. Aber wir wussten: Unser eigenes Winter-Wonderland hatten wir vorher schon.
� Wer die beeindruckende Naturkulisse rund um den Königssee entdecken möchte, sollte eine Schifffahrt machen.
5 Dinge, die ich gelernt habe
1
Kultur nicht verpassen Rosenheim bietet eine schöne Altstadt und einiges an Kultur, aber besonders Wasserburg am Inn hat uns überrascht – mit seiner malerischen Altstadt in der Innschleife, historischen Gebäuden und kleinen Cafés. Unbedingt einen Tagesausflug einplanen.
2
Clever buchen im Voralpenland Gerade im Winter ziehen die Preise für Ferienwohnungen direkt in den Alpen oft kräftig an. Wer mit Familie reist oder mehrere Ausflüge plant, findet im Voralpenland eine echte Alternative: deutlich günstiger, trotzdem mit Bergblick – und perfekt gelegen, wenn man verschiedene Regionen erkunden möchte. Unsere Empfehlung: der Eberlhof bei Familie Posch. Eine liebevoll geführte Ferienwohnung, bestens ausgestattet, ruhig gelegen – und mit Panorama-Aussicht auf die Alpen.
3
Adventszeit in Berchtesgaden Ein stimmungsvoller Ort im Winter! Der Adventsmarkt war bis zum 3. Januar
geöffnet, die Altstadt festlich geschmückt und der Laternenweg am Abend ein echtes Highlight – nicht nur für Kinder.
4
Einkehren in den Hütten nicht vergessen! Ob Wendelstein oder andere Ausflugs- ziele – eine Einkehr in einer Berghütte gehört für uns dazu. Die urige Atmosphäre, das gute Essen und der Blick auf die Berge machen jeden Ausflug perfekt.
5
Abseits der Massen suchen Nicht nur Garmisch oder Tegernsee sind sehenswert – auch die weniger touristischen Ecken des Voralpenlands haben viel zu bieten. Nebenregionen sind ruhiger, authentischer und oft genauso beeindruckend.