S lowenien wird oft nur als Transitland auf dem Weg zur Adria wahrgenommen. Dabei bietet das kleine Alpenland zwischen Julischen Alpen, Karst und Mittelmeer eine erstaunliche landschaftliche Vielfalt. Viele seiner Bahnstrecken entstanden noch zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie. Die Wocheinerbahn zählt bis heute zu den eindrucksvollsten: Sie verbindet alpine Bergwelt mit dem smaragdgrünen Soča-Tal und führt schließlich Richtung italienische Grenze.
Tourenvorschlag
Die Wocheinerbahn beginnt in Jesenice und zweigt dort von der Hauptstrecke Villach – Ljubljana ab. Gleich hinter dem Bahnhof überqueren wir die Sava Dolinka und erreichen schon nach wenigen Kilometern den höchsten Punkt der Strecke bei Vintgar. Nach den ersten Tunneln folgt Bled Jezero mit seinem schönen Bahnhofsgebäude aus der Habsburgerzeit. Der Ort Bled liegt an einem malerischen See, eingerahmt von den Bergen der Julischen Alpen.
Anschließend führt die Strecke in das Tal der Sava Bohinjka. Der Fluss wird mehrfach überquert, bevor wir Bohinjska Bistrica erreichen. Unmittelbar nach dem Bahnhof beginnt der Wocheinertunnel, der längste Tunnel der Strecke. Hinter dem Tunnel verläuft die Bahn durch den schwierigsten Abschnitt: Ab Podbrdo folgt sie dem engen Tal der Bača. Tunnel, Stützmauern, Brücken und Viadukte prägen diesen Teil der Fahrt.
Foto: Simon002 / iStockphoto
Nach rund 20 Kilometern im Bača-Tal gelangen wir in das Tal der Idrijca, das
� Auf der Strecke ist auch ein historischer Museumszug unterwegs. die Bahn auf einem Viadukt überquert. Weiter geht es nach Grahovo ob Bači und Most na Soči. Nach dem St.-Lucina-Tunnel erreichen wir das Tal der Soča, dem die Strecke nun bis Nova Gorica folgt. Dabei überquert sie den Fluss zweimal: bei Kanal über eine Bogenbrücke und bei Solkan über die berühmte Solkan-Brücke, die als größte gemauerte Eisenbahn- Steinbogenbrücke der Welt gilt.
Nach weiteren 90 Kilometern erreichen wir Nova Gorica. Streng genommen endet hier die Wocheinerbahn, doch historisch lässt sie sich mit der Karstbahn Richtung Triest verbinden. Hinter Nova Gorica verändert sich die Landschaft deutlich. Statt enger Gebirgstäler begleiten nun sanfte Hügel, Weinberge und Obstplantagen die Strecke. Über Prvačina, Branik und Štanjel führt die Bahn auf das Karstplateau. Früher ging es weiter über Villa Opicina bis nach Triest; heute endet die Wocheinerbahn in Sežana an der alten Südbahnstrecke.
TIPP
Foto: Jost Gantar
Foto: Nejc Gostincar / iStockphoto
Zwischenstopp am Bleder See
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte am Bleder See einen Zwischenstopp einlegen. Die kleine Insel mit ihrer Marienkirche, die hoch über dem Wasser thronende Burg von Bled und die beeindruckende Kulisse der Julischen Alpen machen den See zu einem der bekanntesten Fotomotive Sloweniens. Rund um das Ufer laden Spazierwege, Cafés und Bootsverleihe zu einem entspannten Aufenthalt ein.