„ Verliebt in Barcelona: Gaudí, Tapas und traumhafte Ausblicke.“
Michael Hüttinger, Art Director
M eine Frau kam von jeder Geschäftsreise nach Barcelona begeistert zurück – also beschlossen wir, im Rahmen einer zweiwöchigen Reise an die Costa Brava die katalanische Hauptstadt endlich zu fünft zu erkunden.
Unser erster Programmpunkt führte uns natürlich sofort zur weltberühmten Sagrada Família. Nach über 140 Jahren Bauzeit kommen wir genau zur richtigen Zeit: Der 172,5 Meter hohe Jesus- Christus-Turm wurde eben fertiggestellt und macht die Sagrada offiziell zur höchsten Kirche der Welt. Natürlich hatten wir vorher schon unzählige Bilder gesehen und Geschichten gehört. Entsprechend groß war die Sorge, dass die Erwartungen vielleicht zu hoch sein könnten. Sie waren es nicht: Vor dieser Kirche zu stehen ist überwältigend. Die schiere Größe, die unzähligen Details an den Fassaden und die Lichtstimmung im Inneren lassen sich kaum beschreiben. Man entdeckt ständig etwas Neues und kann sich kaum sattsehen.
� Wer unter dem steinernen Wald in der Sagrada Família steht, versteht sofort, warum Gaudís Meisterwerk zu den beeindruckendsten Bauwerken der Welt zählt.
� Gaudís Handschrift überall: Vom Park Güell schweift der Blick über die Dächer der Stadt bis zur Sagrada Família und hinaus aufs glitzernde
Mittelmeer.
Mit der Metro geht es anschließend weiter zum Park Güell. Der berühmte Mosaik-Salamander „ El Drac“ wird dort so sehr von Touristen belagert, dass wir auf ein Foto verzichten und lieber weiterlaufen. Zum Glück ist der Park riesig. Schon wenige Minuten später spazieren wir fast alleine zwischen Bäumen und Aussichtspunkten, genießen den Blick über die Dächer Barcelonas und suchen uns ein schattiges Plätzchen zum Entspannen.
Am nächsten Tag steht eine Stadtrundfahrt mit dem Hop-on-Hop-off-Bus auf dem Programm. Was für die Erwachsenen die Sagrada ist, ist für die Jungs das Camp Nou. Unser erster „ Hop-off“ ist daher das Stadion des FC Barcelona. Hier wird schnell klar: Fußball ist nicht nur Leidenschaft, sondern auch ein ziemlich teures Vergnügen. Stadiontouren, Fanartikel oder Erinnerungsfotos bewegen sich in Preisregionen, die selbst uns staunen lassen. Wir begnügen uns deshalb mit dem Museum. Dort warten unzählige Pokale, Trikots und moderne Multimedia-Inszenierungen. Die Jungs sind begeistert – und wir als nicht Barça-Fans auch.
Am Tag darauf bringt uns die Funicular auf den Tibidabo, den höchsten Berg Barcelonas. Ganz oben thront die Herz-Jesu-Kirche mit ihrer Christus-Statue. Über einen Aufzug und Wendeltreppen kommt man bis direkt unter ihre Füße, von wo man den wohl beeindruckendsten Blick über Barcelona hat. Die Stadt liegt uns zu Füßen, dahinter glitzert das Mittelmeer am Horizont. Wow!
Direkt vor der Kirche befindet sich der Tibidabo Amusement Park, einer der ältesten Freizeitparks der Welt. Leider öffnet er erst eine Woche später zur Hauptsaison. Die Kinder sind verständlicherweise enttäuscht, schließlich hatten sie sich auf Achterbahnen und Freefall-Tower gefreut. Stattdessen wirkt das Gelände fast wie ein Lost Place vergangener Zeiten. Irgendwie schade – aber auch irgendwie charmant.
� Die Herz-Jesu-Kirche wacht über einen der ältesten Freizeitparks der Welt: Tibidabo Amusement Park.
� In der Casa Batlló verwandelte Gaudí Licht, Formen und Farben in ein faszinierendes Gesamtkunstwerk.
An unserem letzten Tag wartet noch ein weiteres Meisterwerk Gaudís auf uns: die Casa Batlló. Schon die legendäre Fassade mit ihren geschwungenen Formen, den knöchernen Balkonen und dem berühmten Drachenrücken ist beeindruckend. Im Inneren machen moderne Multimedia- Installationen die Visionen Gaudís auf faszinierende Weise erlebbar. Architektur, Kunst und Technik verschmelzen hier zu einem Erlebnis für alle Sinne.
Als ich Barcelona verlasse, steht für mich fest: Das ist meine neue Lieblingsstadt! Barcelona ist wunderschön, sympathisch, großzügig und lebendig. Es gibt das Meer, fantastische Architektur, hervorragendes Essen und unzählige Orte, die wir diesmal nur im Vorbeifahren gesehen haben. Genau deshalb werden wir zurückkommen.
5 Dinge, die ich gelernt habe
1
Kein Geheimtipp, aber Pflicht
Alleine die Sagrada Familia ist
einen Trip nach Barcelona wert. Fotos werden ihr nicht gerecht. Mein Tipp: Hingehen und selbst erleben! Unbedingt rechtzeitig Tickets buchen – die Besucherzahlen sind streng limitiert.
Barcelona macht hungrig An jeder Ecke warten tolle
2
Cafés und Restaurants. Besonders begeistert hat uns das Frühstück im Exótica mit Dschungel-Ambiente und die Tapas im Ocaña: entweder draußen unter Palmen oder drinnen im coolen Industrie-Look.
3
Die richtige Reisezeit
Im Sommer wird Barcelona
extrem heiß und überlaufen. Deutlich angenehmer sind Frühjahr und Herbst mit milden Temperaturen und weniger Touristen. Allerdings öffnen manche Attraktionen erst später in der Saison.
Hop-on-Hop-off Viele Sehenswürdigkeiten
4 liegen weit auseinander. Mit dem Hop-on-Hop-off-Bus bekommt man einen Überblick, fährt an unzähligen Highlights vorbei und entdeckt Orte, die man später in
Ruhe besuchen möchte.
5
Airbnb oder Hotel?
Wer Barcelona mit einer
Airbnb-Wohnung nächtigen möchte, sollte die Entwicklungen im Blick behalten: Die Stadt plant, die Lizenzen für touristische Ferienwohnungen auslaufen zu lassen.