Man muss nicht nach Kanada oder in die Mongolei fliegen, um Stille zu finden. Auch in Europa gibt es Landschaften, in denen die Natur den Ton angibt. Fünf Ziele, kurz vorgestellt.
ZAGORI ~ GRIECHENLAND
Im Pindos-Gebirge, weit weg von Stränden und Kreuzfahrtschiffen, liegen die Steindörfer von Zagori, seit 2023 UNESCO-Welterbe. Alte Bogenbrücken und gepflasterte Maultierpfade verbinden sie. Darunter schneidet sich die Vikos-Schlucht tief in den Kalk, oben am Tymfi-Massiv liegt der Drachensee Drakolimni.
Anreise: Flug nach Ioannina oder Thessaloniki, dann Mietwagen Beste Zeit: Mai / Juni, September / Oktober
Foto: Travel Carpathia
KARPATEN ~ RUMÄNIEN
Im Făgăraș- und im Retezat-Gebirge wachsen einige der letzten großen Urwälder Europas. Rumänien hat die größte Braunbärenpopulation der EU, dazu Wölfe und Luchse. Auf den Almen stehen Sennhütten, in denen Hirten frischen Schafskäse anbieten. Der Retezat, gegründet 1935, ist der älteste Nationalpark des Landes und übersät mit Gletscherseen.
Anreise: Flug nach Sibiu oder Cluj-Napoca Beste Zeit: Mai bis Oktober
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ABRUZZEN ~ ITALIEN
Nur zwei Autostunden von Rom entfernt beginnt eine andere Welt: Im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise, gegründet 1923, leben noch Marsische Braunbären, Wölfe und die Abruzzen-Gämse. Einige seiner Buchenwälder gehören zum UNESCO- Welterbe. Man übernachtet in Bergdörfern wie Pescasseroli oder Civitella Alfedena, in Agriturismi oder kleinen Familienhotels, und isst abends Lamm, Pecorino und Linsen aus der Region.
Anreise: Flug nach Rom oder Pescara, dann Mietwagen Beste Zeit: Mai / Juni, September / Oktober
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BIEBRZA ~ POLEN
Im Nordosten Polens mäandert die Biebrza durch eines der größten naturnahen Moor- und Feuchtgebiete Mitteleuropas. Der Nationalpark ist der größte des Landes und Heimat vieler Elche. Im Frühjahr verwandeln Hunderttausende Zugvögel die überfluteten Wiesen in ein Naturschauspiel, das man am besten vom Kajak oder Bohlenweg aus erlebt.
Anreise: Zug über Warschau nach Białystok oder Osowiec Beste Zeit: April bis Mai
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BÖHMERWALD ~ TSCHECHIEN
Gleich hinter der bayerischen Grenze beginnt der Nationalpark Šumava, der größte Tschechiens. Zusammen mit dem Bayerischen Wald bildet er eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Hochmoore, Bergfichtenwälder und die Quellbäche der Moldau prägen die Landschaft, im Unterholz streift der Luchs. Man wohnt in Pensionen und kleinen Hotels in Dörfern wie Kvilda oder Modrava und erkundet die Gegend zu Fuß oder mit dem Rad.
Anreise: Zug nach Bayerisch Eisenstein / Železná Ruda, weiter mit Bus oder Rad Beste Zeit: Mai bis Oktober