The Voyager 29.10.2026 | Page 2

Editorial 2

„ Es gibt Orte, an denen wir wenig brauchen, weil so viel da ist.“

Anja Bethge, Redaktionsmanagerin

N aturtourismus gewinnt zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen wünschen sich auf Reisen intensive Naturerlebnisse, weite Landschaften und das Gefühl, dass die Natur den Takt vorgibt. Kein Selfie-Stau am Aussichtspunkt, kein Reisebus auf dem Parkplatz... Das Titelthema von The Voyager greift diese Sehnsucht auf. Es führt uns in Räume, deren Reiz sich oft erst mit etwas Geduld erschließt. Wer zu Fuß unterwegs ist, innehält und genauer hinsieht, entdeckt mehr als ein schönes Panorama: wie das Licht ein Tal verändert, wie sich Vegetation und Gelände gegenseitig prägen, welche Spuren Menschen über Generationen hinterlassen haben.

Doch wie bereisen wir diese Landschaften, ohne ihre Besonderheit aufs Spiel zu setzen? Wenige Besucher allein machen Tourismus noch nicht nachhaltig. Entscheidend sind eine bewusste Reisegestaltung und lokale Partner, die ihre Heimat kennen und uns ihre Natur und Geschichten näherbringen. So kommt die Reise auch den Menschen vor Ort zugute.

Bewusster Naturtourismus braucht Sorgfalt, Zeit und die Bereitschaft, sich auf die Gegebenheiten einzulassen. So entstehen Reisen, die lange nachwirken – und bei denen der Wunsch, eine Landschaft zu entdecken, mit dem Anliegen verbunden ist, sie zu bewahren.

Viel Freude beim Lesen und Entdecken wünscht deine

� Unser Titelbild zeigt den Saglek- Fjord an der Ostküste der Labrador- Halbinsel in Kanada.

Mehr Landschaften ohne Massentourismus findest du ab Seite 13.