„ Der Drachenfels in Königswinter bietet die perfekte Möglichkeit für einen gelungenen Tagesausflug.“
Julia Carp, Redakteurin
W er in Köln( oder Umgebung) wohnt und fernab des Stadtgetümmels etwas erleben möchte, hat dazu im Umland einige spannende Möglichkeiten. Ich war Anfang August in Königswinter auf Schloss Drachenburg auf dem Drachenfels. Dieses lädt nämlich nicht nur zum Wandern, sondern auch zum Lernen ein. Als großer Fantasy-Fan hat es mir das omnipräsente Thema dieses Orts sofort angetan: Drachen! Wer sich Ausstellungen zum Thema „ Eragon“, „ Fuchur“ oder „ Drachenzähmen leicht gemacht“ erhofft, liegt hier nur fast daneben. Diese Drachen-Exemplare findet ihr tatsächlich auch im Geschenkeladen der Drachenburg. Der Drachenfels in Königswinter verdankt seinen Namen hingegen der alten Sage, nach der dort ein wütender Drache hauste und der Held Siegfried aus der Nibelungensage diesen Drachen getötet haben soll. Siegfried und die Nibelungensage? Da klingelt’ s doch im Hinterstübchen.
Keine Sorge. Vor Ort muss kein Wissenstest abgelegt werden. Wer sich auf den Weg hoch zum Schloss Drachenburg begibt, der wird unweigerlich an der Drachenwelt vorbeikommen. Der Eintritt kostet 6 Euro pro Person und die Attraktion besteht aus der Nibelungenhalle, der berüchtigten Drachenhöhle und einem Reptilienzoo. Es gibt also allerhand zu lernen und vor allem zu bestaunen. Die Nibelungenhalle, im Jahr 1913 zum 100. Geburtstag Richard Wagners eröffnet, zeigt eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen zum „ Ring des Nibelungen“ des Malers Hermann Hendrich.
� Das Gemälde „ Siegfried und Fafner“( 1906) des Malers Hermann Hendrich und ein Schwert zum Berühren.
� Der idyllische Weiher mit dem beeindruckenden Stein- Drachen verspricht eine märchenhafte Atmosphäre.
Im Jahr 1933 wurde zum 50. Todestag Richard Wagners die Drachenhöhle errichtet. Diese ist ein langer Steingang, der um die Nibelungenhalle herumführt. Beim Heraustreten stand ich an einem kleinen Weiher, der von einem 13 Meter langen Steindrachen bewacht wird. Dieser Ort hat bei mir großen Eindruck hinterlassen und die Atmosphäre war definitiv märchenhaft.
Egal, ob mit der berühmten Drachenfelsbahn, mit dem Auto oder schlichtweg zu Fuß über den steilen Weg – es geht dann weiter nach oben zu Schloss Drachenburg. Wir haben den Fußweg gewählt und man sollte auch definitiv etwas Kondition mitbringen, wenn man sich für diese Option entscheidet. Wer all das erleben möchte, allerdings keine Wanderung machen will, kann sich für eine Bahnfahrt mit der Drachenfelsbahn entscheiden. Diese ist die dienstälteste Zahnradbahn Deutschlands und somit für sich allein bereits ein Highlight vor Ort.
� Die imposante Fassade von Schloss Drachenburg versetzt einen direkt in ein anderes Jahrhundert.
� Schloss Drachenburg thront am Hang des
Drachenfelses hoch über dem Rheintal.
Oben angekommen begrüßt einen direkt die imposante Fassade Schloss Drachenburgs. Bei wundervollem Sonnenschein haben wir zunächst den Schlosspark erkundet und dann das Schloss von innen besichtigt( 10 Euro Eintritt pro Person). Schloss Drachenburg, 1882 – 1884 erbaut, ist das jüngste der Burgen und Schlösser am Mittelrhein. Der Baustil erinnerte mich an die Märchenschlösser aus bekannten Kindergeschichten.
Wer jetzt aber immer noch nicht genug hat, der kann den Drachenfels noch weiter erklimmen. Am Gipfel wartet die Burgruine Drachenfels, von der aus sich ein fantastischer Ausblick über das gesamte Rheintal und natürlich auch zurück auf Schloss Drachenburg ergibt. Die Geschichte der Burg reicht bis ins Mittelalter zurück, als sie als strategischer Verteidigungspunkt und Symbol für Macht und Reichtum diente.
Königswinter mit dem Drachenfels und seinen Sehenswürdigkeiten hat mich begeistert: Bei Sonnenschein ist die Anlage sehr idyllisch, und in der Drachenwelt oder im Schloss Drachenburg ist es angenehm kühl. Ich komme bestimmt wieder und zeige diesen schönen Ort auch meinen Freundinnen und Freunden, wenn sie mich in Köln besuchen.
5 Dinge, die ich gelernt habe
1
Drachen überall Wer die Augen offen hält, wird um das gesamte Gelände herum Drachen in allen möglichen Formen und Farben entdecken. Vom Café-Marketing bis zur geschichtenerzählenden Marionette.
2
Wie kann man dort parken? Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem großen Parkplatz am Fuße des Drachenfelses, direkt neben der Drachenfelsbahn, gemacht. Es standen sehr viele kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung.
3
Auf geht’ s wandern! Wer gut zu Fuß ist, sollte sich wirklich die Wanderung zum Gipfel überlegen. Wir sind an einigen hübschen Cafés vorbeigekommen, die wir sonst verpasst hätten.
4
Sagen-Fans aufgepasst Wer sich für Geschichte und Sagen interessiert, sollte die Nibelungenhalle auf keinen Fall verpassen.
5
Wann ist der Besuch am besten?
Unter der Woche könnt ihr hier mit deutlich weniger Trubel rechnen als an sonnigen Wochenenden.
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