The Voyager 05.03.2026 | Page 27

Foto: Chris Stenger / Unsplash

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Wo die Wüste Häuser verschluckt

Kurz hinter Lüderitz liegt Kolmanskop – eine Geisterstadt, in der die Wüste Räume flutet und Geschichte zu einem surrealen Bühnenbild wird.

M itten in der Namib-Wüste, nur wenige Kilometer von der Atlantikküste entfernt, liegt Kolmanskop – eine Stadt, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Diamantenrausch entstand: eine kleine, wohlhabende Siedlung mit Häusern nach deutschem Vorbild, Schule und Krankenhaus, gebaut für die Menschen, die in den nahen Feldern nach Edelsteinen suchten. Als die Vorkommen nachließen, wurde der Ort aufgegeben – zurück blieb eine Stadt ohne Bewohner.

Das Besondere heute: Die Wüste hat Kolmanskop zurückerobert. Sand weht durch Fenster, türmt sich in Fluren und verschluckt ganze Zimmer; jede Türöffnung wirkt wie der Rahmen für ein ständig wechselndes Kunstwerk aus Licht, Staub und Dünen. Genau diese surrealen Bilder machen Kolmanskop zu einem der faszinierendsten Fotomotive Afrikas – und zu einem Ort, an dem man Vergänglichkeit und Naturgewalt fast körperlich spürt. Hinzu kommt seine Lage im Sperrgebiet, dem „ Forbidden Territory“: Kolmanskop liegt innerhalb dieser streng kontrollierten Zone, die einst dem Schutz der Diamanten diente. Der Zutritt ist daher nur mit einer gültigen Eintrittskarte, einem Permit, erlaubt.

Foto: Chris Stenger / Unsplash

� Wer Namibia besucht, sollte die Geisterstadt Kolmanskop nicht auslassen.