The Voyager 16.04.2026 | Page 23

staunen 23

Der Tempel, der alle empfängt

Mitten im Lärm und Verkehr Neu-Delhis setzt der Lotus-Tempel einen stillen, fast schwebenden Kontrapunkt. Schon von weitem wirkt der Bau wie eine Blüte, die sich dem Licht öffnet.

D er Lotus-Tempel in Neu-Delhi zählt zu den eindrucksvollsten Sakralbauten der Gegenwart und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Indiens eine Form erinnert an eine geöffnete Lotusblüte: 27 schneeweiße Marmorschalen fügen sich zu einem harmonischen Bauwerk, das zugleich monumental und erstaunlich leicht wirkt. Entworfen wurde der Tempel in den 1980er-Jahren vom iranischen Architekten Fariborz Sahba und dient als Andachtsstätte der Bahai-Religion.

Das Besondere: Der Lotus-Tempel steht Menschen aller Glaubensrichtungen offen. Im Inneren herrschen Stille und bewusst schlichte Gestaltung – kein Altar, keine Bilder, keine religiösen Symbole. Licht, Raum und Ruhe stehen im Mittelpunkt und schaffen eine Atmosphäre der Sammlung mitten im Trubel der Millionenstadt. So ist der Lotus-Tempel weniger klassischer Tempel als ein Ort der Besinnung und ein architektonisches Symbol für Offenheit, Einheit und Frieden.