Der Monolith aus der Eiszeit ist 1.000 Meter über dem Lysefjord zwischen zwei Felswänden eingeklemmt.
W as ist denn hier passiert?
Haben sich Trolle gezofft und mit riesigen Wurfgeschossen beschmissen? Oder haben
Kjeragbolten am Lysefjord: Ein Urlaubsfoto machen hier nur Mutige.
Foto: Liam Hans / Unsplash
gutmütige Berggeister mit gigantischen Murmeln gespielt? Wer den Kjeragbolten zum ersten Mal sieht, traut seinen Augen nicht. Mitten zwischen zwei Felsen schwebt, eingeklemmt in rund 1.000 Meter Höhe, ein einzelner Gesteinsbrocken. Während der Eiszeit ist er dort hineingerutscht. Seitdem gähnt unter ihm der Abgrund. Dort, in der Tiefe, zieht der majestätische, blau schimmernde Lysefjord seine Bahnen durch die südnorwegische Landschaft. Auf den luftigen Felsen klettern und dann in die Kamera winken – das ist für viele Bergfans ein Muss. Doch aufgepasst: Dieser Top-Spot ist sehr gefährlich. Und nur für völlig trittsichere und schwindelfreie Menschen geeignet. Ein falscher Schritt auf der nur einen Quadratmeter großen, glatten Fläche und du stürzt in den Abgrund.
Auch beim Aufstieg auf den Kjerag solltest du in Bestform sein. Das Felsplateau ist mit 1.084 Meter über dem Meeresspiegel der höchste Gipfel der Region Lysefjord. Und diese gut sechsstündige Bergtour hat es wirklich in sich. Auf dem Weg zum Gipfel kraxelst du 800 Meter in die Höhe, kletterst über steile, rutschige Felsen. Immer mal wieder bringen dich heftige Windböen aus dem Tritt und selbst im Juni stapfst du manchmal noch durch Schneefelder. Und wehe, wenn es regnet! Dann werden die Steine sofort sehr glitschig. Wer aber gut gerüstet ist und es nach oben schafft, erlebt magisch-schöne Ausblicke auf den Fjord – und den rätselhaften Brocken in luftiger Höhe.
Foto: Akos Helgert / Pexels
� Start beim Kjerag-Parkplatz in Øygardstøl, Fv500 10, 4127 Lysebotn