Wie der Schein trügen kann: Keine Dünen, sondern Abraumhalden; kein Wasserbungalow, sondern Reste eines Gefängnisses.
N ach dem Passieren des Eingangstors des ehemaligen Gefängnisses von
Tagebau Rummu in Estland: Der geflutete Steinbruch lässt Südseefeeling aufkommen.
Rummu tauchen links die Reste von Mauern und Wachtürmen auf, rechts die
Foto: Aerial Film Studio / AdobeStock
weißen Abraumhalden des ehemaligen Kalksteinbruchs. Seit den 1940er-Jahren mussten hier Gefangene unter härtesten Bedingungen Kalkstein abbauen. Nach der Schließung in den 1990er-Jahren füllte sich der Steinbruch mit Grundwasser – eine türkisfarbene Lagune entstand, in der heute noch Gebäudereste unter Wasser liegen.
Heute wirkt Rummu wie eine bizarre Mischung aus Lost Place, Industriekulisse und Badeparadies. Am Ufer stehen die Überreste des ehemaligen Gefängnisses, im Wasser zeichnen sich versunkene Gebäude ab, dahinter erhebt sich die blendend weiße Abraumhalde. Davor: Strand und türkisfarbenes Wasser, das an manchen Sommertagen beinahe Südseefeeling aufkommen lässt. Mittlerweile ist Rummu ein beliebtes Ausflugsziel und weit mehr als nur eine Fotokulisse. Man kann am Strand baden und sonnen, SUP-Boards oder Tretboote mieten, den schwimmenden Wasserpark besuchen oder die weiße Abraumhalde erklimmen und den Blick über den See genießen. Gefängnisführungen und Offroad-Touren führen durch die Geschichte des Geländes. Besonders spannend ist die Unterwasserwelt: Beim Tauchen lassen sich versunkene Gebäude, Mauern und Maschinen entdecken. Viele Aktivitäten werden nur im Sommer angeboten.