The Voyager 19.02.2026 | Page 12

Foto: Lisa und Wilfried Bahnmüller Foto: Lisa und Wilfried Bahnmüller
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Foto: Lisa und Wilfried Bahnmüller und Windmühlen, die die traditionelle Lebensweise bewahren. Man fühlt sich hier wie am Ende der Welt – im besten Sinne des Wortes.

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ESTLAND

Wälder, Seen und unendliche Weiten

Estland ist eine Welt, in der uralte Traditionen und futuristische Innovationen Hand in Hand gehen – ein Ort, an dem sich mystische Wälder und stille Moore mit lebendigen Städten und historischen Küstenorten abwechseln.

D as Abenteuer Estland beginnt in der Hauptstadt Tallinn, einer Stadt, die sich anfühlt, als wäre sie direkt einem Märchenbuch entsprungen. Hinter der beeindruckenden mittelalterlichen Stadtmauer erstreckt sich die Altstadt – UNESCO- Weltkulturerbe seit 1997 –, die einen sofort in ihren Bann zieht. Man schlendert durch die Viru-Straße mit bunten Blumenständen und schmucken Handwerksläden und verliert sich in einem Labyrinth aus kopfsteingepflasterten Gassen, die von gotischen Türmen und farbenfrohen, teils windschiefen Häusern gesäumt werden. Am Rathausplatz( Raekoja plats) duftet es nach gerösteten Mandeln und Zimt. Wer Zeit hat, sollte unbedingt den Straßenkünstlern lauschen, die mit ihren keltischen Klängen die historische Atmosphäre untermalen.

Vergangenheit & Zukunft

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� Bezaubernde Straßen der UNESCO-Altstadt von Tallinn

Die Tallinner Altstadt gliedert sich in die Oberstadt Toompea und die Unterstadt. Auf dem Domberg zeugen die Alexander-Newski-Kathedrale, die Domkirche und gut erhaltene Stadtmauern mit Türmen wie „ Langer Hermann“ von der bewegten

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Geschichte; von den Aussichtspunkten eröffnet sich ein weiter Blick über Dächer, Ostsee und Skyline. Nur wenige Schritte entfernt liegt mit Kalamaja Tallinns kreatives Gegenstück: ein ehemaliges Fischerviertel mit Holzhäusern,

Boutiquen, Cafés und Galerien. Herzstück ist der Telliskivi Creative City Campus, heute ein lebendiger Treffpunkt für Kunst, Street Art, Restaurants und Bars. Etwa zwei Zugstunden südöstlich liegt Tartu, die älteste Stadt des Baltikums. Die Universitätsstadt pulsiert rund

� Die Alexander- Newski-Kathedrale auf dem Domberg in Tallinn um den Rathausplatz mit dem Brunnen der küssenden Studenten, bietet Ausblicke vom Domberg auf den Fluss

Emajõgi und begeistert mit dem interaktiven AH- HAA Science Centre – ein Symbol für Tartus Rolle als Zentrum von Wissenschaft und Kultur.

Sommerhauptstadt Pärnu

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� Der schönste Strand in Estland: Pärnu Beach

Eine weitere Perle Estlands ist Pärnu, die offizielle Sommerhauptstadt. Breite Sandstrände, eine lebendige Promenade und elegante Belle-Époque-Architektur machen die Stadt besonders in den warmen Monaten attraktiv. Dank feinem Sand und seichtem Wasser eignet sich Pärnu ideal zum Baden – zudem ist der Ort für seine Spas und Kurangebote bekannt.

Natur pur wartet im Lahemaa-Nationalpark, Estlands größtem Schutzgebiet: Wälder, Moore und eine raue Küste prägen das Landschaftsbild. Auf Holzstegen geht es durch die stille Viru-Moorlandschaft, an der Küste laden Fischerdörfer wie Altja mit reetgedeckten Höfen zum Entdecken ein. Ein weiteres Highlight ist der Alutaguse-Nationalpark im Nordosten mit Sumpfgebieten, Kiefernwäldern und reicher Tierwelt – ein Ort, an dem man Estlands besondere Einsamkeit spürt.

Alte Tradition

An der Ostküste Estlands führt die Zwiebelstraße( Sibulatee) am Peipussee entlang durch Dörfer wie Kolkja, Kasepää und Varnja – Heimat der Altgläubigen, einer russischsprachigen Minderheit, die im 17. Jahrhundert vor religiöser Verfolgung floh. Bis heute bewahren sie Sprache und Traditionen, leben von Landwirtschaft und Fischfang und sind bekannt für ihren Zwiebel- und Gurkenanbau. Typisch sind bunte Holzhäuser und Kirchen mit Zwiebeltürmen. Bei Kallaste lohnt zudem ein Abstecher zur kleinen Steilküste aus rotem Sandstein.

Wilde Schönheit

Saaremaa, die größte Insel Estlands, ist eine Welt für sich. Sie ist vor allem bekannt für ihre unberührte Natur, Windmühlen, Wacholdersträucher und eine Lebensweise, die tief mit dem Meer verbunden ist. Hauptattraktion der Insel ist die Burg von Kuressaare, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen des Baltikums, die man einfach gesehen haben muss. Außerdem bietet die Insel ein einzigartiges Naturphänomen: den Kaali-Meteoritenkrater, der durch den Einschlag eines Meteoriten vor Tausenden von Jahren entstand und heute wie ein See in der Mitte eines Waldes liegt.

� Leuchtturm Sõrve auf der Insel Saaremaa

Über die Insel verstreut ndet man alte Bauernhöfe

Foto: Lisa und Wilfried Bahnmüller und Windmühlen, die die traditionelle Lebensweise bewahren. Man fühlt sich hier wie am Ende der Welt – im besten Sinne des Wortes.

Tipp

Die estnische Küche ist überraschend vielfältig. Neben traditionellen Gerichten wie Blutwurst( verivorst) und Sauerkraut( hapukapsas) gibt es eine aufstrebende Gastronomieszene, die moderne Interpretationen klassischer Gerichte serviert. Ein Besuch in den Markthallen von Tallinn oder Tartu ist ein Muss, um lokale Spezialitäten wie geräucherten Fisch zu probieren.

Baskenland