W enn mich jemand nach meiner Lieblingsstadt in Japan fragt, muss ich nicht lange überlegen:
Osaka. Obwohl die Stadt mit rund 2,75 Millionen Einwohnern alles andere als klein ist, fühlt sie sich für mich anders an als Tokio. Nicht unbedingt ruhiger – auch Tokio hat seine stillen Seitenstraßen und entspannten Viertel. Es ist vielmehr die Atmosphäre: Die Menschen wirken zugänglicher, lächeln häufiger und begegnen einem oft mit einer Lockerheit, die ich so vor allem in der Kansai-Region erlebt habe, auch der Kansai-Dialekt trägt zu diesem ganz eigenen Charakter der Stadt bei.
Bei meiner ersten Japan-Reise 2022 war ich nur einen Tag und eine Nacht in Osaka. Das hat gereicht, um zu wissen: Hier muss ich noch einmal hin. Ein Jahr später blieb ich gleich vier Nächte und hatte ausreichend Zeit, die Stadt wirklich kennenzulernen. Seitdem steht fest, dass Osaka bei jeder zukünftigen Japan-Reise wieder auf meiner Route liegen wird.
Osaka wird nicht umsonst als die „ Küche Japans“ bezeichnet. Für mich ist die Stadt ein Paradies für alle, die gutes Essen lieben. Kaum irgendwo sonst schmecken Takoyaki, Kushikatsu oder Kitsune Udon so authentisch wie hier. Und wenn ich mich auf ein Gericht festlegen müsste, wäre die Antwort eindeutig: Takoyaki. Allein dafür würde ich jederzeit wieder nach Osaka reisen.
� Zwischen den Leuchtreklamen von Dotonbori warten an fast jeder Ecke kleine Restaurants, in denen oft schon seit Generationen gekocht wird.
� Hier sitze ich im Coffee House Samoa und genieße eine Melon Cream Soda.
Natürlich gehören Sehenswürdigkeiten wie Dotonbori zu jedem Besuch dazu. Das bunte Lichtermeer, die riesigen Leuchtreklamen und das geschäftige Treiben sorgen selbst spät am Abend für eine einzigartige Atmosphäre. Gleichzeitig mag ich, dass Osaka verschiedene Seiten zeigt: elegante Einkaufsstraßen mit internationalen Luxusmarken, kleine Gassen voller Izakayas und mit Nipponbashi ein Viertel, das für Anime- und Manga-Fans keine Wünsche offenlässt.
Zu meinen schönsten Erinnerungen zählt ein Abend im teamLab Botanical Garden, dessen Lichtinstallationen den botanischen Garten in eine fast surreale Welt verwandeln. Mindestens genauso gerne denke ich aber an einen ruhigen Vormittag im Coffee House Samoa zurück, einem klassischen Kissaten. Solche Cafés, oft seit Jahrzehnten von älteren Besitzern geführt, versprühen einen Charme, den man kaum beschreiben kann. Es fühlt sich an, als würde für einen Moment die Zeit stillstehen. Mein persönlicher Geheimtipp ist übrigens BPC Donut in der Nähe von America-mura. Viele stellen sich in Japan stundenlang bei den gehyptesten Donut-Läden an, dabei gibt es hier meiner Meinung nach mindestens genauso gute Donuts, ganz ohne lange Wartezeit.
Für mich ist Osaka vor allem ein Ort, an den ich immer wieder gerne zurückkehre. Nicht nur wegen des Essens oder der Sehenswürdigkeiten, sondern wegen dieses ganz besonderen Gefühls, das die Stadt bei mir auslöst. Außerdem ist sie der perfekte Ausgangspunkt, um die Kansai-Region zu erkunden oder einen Abstecher nach Shikoku zu unternehmen.