The Voyager 01.10.2026 | Page 30

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Anja Bethge, Redaktionsmanagerin

Kapstadt Die schönste Stadt der Welt

A frika hat mich schon fasziniert, lange bevor ich zum ersten Mal dort war. Als junger Mensch habe ich Afrika-Romane verschlungen, Filme wie „ Jenseits von Afrika“ geschaut und mich von der Musik, den Landschaften und diesem für mich damals so fernen Kontinent mitreißen lassen. Irgendwann war klar: Da muss ich hin.

2013 war es dann so weit. Unsere Flitterwochen führten uns nach Südafrika, nach Kapstadt und entlang der Garden Route. Und was soll ich sagen: Ich war schockverliebt. In Kapstadt, in die Landschaft, in diese unglaubliche Mischung aus Großstadt, Meer und Bergen.

Vor der Reise hatte ich natürlich all die Warnungen gehört: „ Passt bloß auf, Kapstadt ist gefährlich!“ Ja, auch in Kapstadt sollte man ein paar Regeln beachten. Keine Wertgegenstände sichtbar im Mietwagen liegen lassen, nachts nicht sorglos durch einsame Gassen streifen und die teuerste Uhr und Kamera vielleicht nicht demonstrativ durch die Stadt tragen. Mit etwas gesundem Menschenverstand habe ich mich in Kapstadt aber zu keiner Zeit unwohl gefühlt. Im Gegenteil: Ich wollte gar nicht mehr weg.

� Atemberaubende Natur auf der Kap-Halbinsel: Blick auf den Diaz Beach am Kap der Guten Hoffnung.

� Mein Lieblingsblick auf Kapstadt: vom Milnerton Beach auf den Tafelberg.

Allein diese Kulisse! Der Tafelberg thront über der Stadt, als hätte ihn jemand eigens dort platziert, um Kapstadt eine möglichst spektakuläre Bühne zu geben. Ich habe ihn inzwischen übrigens nicht nur von unten bewundert, sondern mich sogar von ihm abgeseilt. Aber das ist eine andere Geschichte – nachzulesen in The Voyager 06 / 2024.

Fünf Jahre nach unserer ersten Reise musste ich zurück. Diesmal mit unserer Tochter und meinen Eltern. Ich wollte ihnen unbedingt zeigen, warum mich diese Stadt so begeistert. Und Kapstadt hat auch beim zweiten Mal nichts von seiner Faszination verloren.

Vielleicht liegt es daran, dass hier so vieles zusammenkommt. Da sind die wunderschönen Strände rund um die Stadt, das hervorragende Essen und Viertel wie Bo-Kaap und Woodstock. Und dann ist da diese Natur, die praktisch direkt vor der Haustür beginnt. Mit dem Mietwagen den Chapman’ s Peak Drive entlangzufahren, auf der einen Seite die Felsen, auf der anderen der Atlantik, und anschließend die Kaphalbinsel zu erkunden – für mich fühlt sich das nach Freiheit an.

Kapstadt kann Großstadt und Natur, Genuss und Abenteuer, Trubel und Weite. Morgens am Strand spazieren, mittags durch die Stadt schlendern und wenige Stunden später irgendwo an der Küste stehen und aufs Meer schauen. Genau diese Gegensätze machen die Stadt für mich so besonders.

Wer The Voyager regelmäßig liest, weiß, dass ich nur selten zweimal an denselben Ort reise. Dafür ist die Welt zu groß und meine Liste mit Orten, die ich noch sehen möchte, zu lang. Für Kapstadt mache ich eine Ausnahme. Jederzeit. Denn manche Orte möchte man entdecken. Und an manche möchte man zurückkehren. Kapstadt gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.

Baltrum

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