I n den 1980er-Jahren, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, erhielten Länder ihre Top-Level-Domains, um sich in dieser aufkeimenden neuen Online-Welt zurechtzufinden. Zum Beispiel. de für Deutschland oder. us für die USA. Dazu gehörte auch Anguilla, ein britisches Überseegebiet in der östlichen Karibik, die die Adresse. ai erhielt. Ohne dass Anguilla es damals ahnen konnte, sollte sich dies nun als echter Jackpot erweisen.
Angesichts des Booms im Bereich der künstlichen Intelligenz( englisch „ artificial intelligence“, kurz „ AI“) zahlen immer mehr Unternehmen Geld an Anguilla um ihre Websites mit der Endung. ai registrieren zu dürfen.
Gleichermaßen absurd wie faszinierend: Da entwickelt die Insel selbst keine KI – und profitiert trotzdem massiv vom globalen Tech-Hype. Die Einnahmen Anguillas aus Registrierungsgebühren für Webadressen vervierfachten sich im vergangenen Jahr auf rund 30 Millionen Euro. Diese Einkünfte machen inzwischen etwa 20 Prozent der Staatseinnahmen aus. Geld, das nicht in irgendwelchen Serverfarmen verschwindet, sondern in Straßen, Flughäfen und Krankenhäuser investiert wird. Für Reisende heißt das: bessere Infrastruktur, leichtere Anreise, mehr Komfort. Manchmal profitieren die schönsten Orte der Welt von ganz unerwarteten Trends.
� Meads Bay Pond in Anguilla: Türkisblaues Wasser, puderzuckerweiße Strände – ganz ohne Einsatz künstlicher Intelligenz.