Drei coole polnische Städte begeistern mit ihrem individuellen Flair, langen und wechselvollen Geschichten sowie wunderbaren Kulturschätzen.
D as Dreieck erstreckt sich von Danzig im
Norden, unweit der Ostsee, über die zen- trale Hauptstadt Warschau bis nach Krakau im südlichen Teil des Landes. Jede dieser Metropolen eröffnet einzigartige historische Einblicke und bietet ganz unterschiedliche kulturelle Erfahrungen – von der mittelalterlichen Vergangenheit Krakaus bis zur modernen Entwicklung Warschaus. Was alle drei Städte allerdings verbindet, ist der polnische Nationalfluss: die Weichsel.
Stadt im Aufbruch: Danzig
Wo die Weichsel in die Ostsee mündet, entstand die Hafenstadt Danzig – eine ehemalige Hansestadt mit prachtvoller Altstadt und lebendigem Großstadtflair. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in der Rechtstadt, dem historischen Zentrum, allen voran die Langgasse( Ulica Długa), die vom Goldenen Tor bis zum Langen Markt führt. Die Fassaden erzählen von Danzigs einstiger wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung – auch wenn vieles nach dem Zweiten Weltkrieg originalgetreu rekonstruiert wurde. Am Ende des Langen Marktes steht das
� Mottlau-Ufer in Danzig
Grüne Tor, das heute wechselnde Ausstellungen zeigt. Dahinter beginnt die Uferpromenade an der
Mottlau: maritim, belebt und geprägt vom imposanten Krantor, an dem früher Schiffe be- und entladen wurden. Unbedingt sehenswert sind außerdem die Marienkirche, die größte Backsteinkirche Europas, sowie das Uphagenhaus und der Artushof. Wer durch die Frauengasse( Ulica Mariacka) schlendert, erlebt Danzig von seiner schönsten Seite – wie eine kleine Zeitreise ins Goldene Zeitalter. Zur Geschichte des 20. Jahrhunderts gehören die Westerplatte als Ort des Kriegsbeginns 1939, das Museum des Zweiten Weltkriegs sowie das Europäische Zentrum der Solidarność auf dem Gelände der ehemaligen Lenin-Werft.
Warschau: Stadt der Lebensfreude
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� Kulturpalast Warschau
Warschau ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum Polens – modern und traditionsbewusst zugleich. Die Weichsel teilt die Stadt in zwei Hälften, die unterschiedliche Gesichter zeigen: Im Osten wirken Viertel wie Praga Północ und Praga Południe frisch saniert und urban, während am westlichen Ufer Geschichte, Kultur und lebendiges Stadtleben aufeinandertreffen. Die Altstadt( Stare Miasto), zwischen 1945 und 1955 detailgetreu wiederaufgebaut und seit 1980 UNESCO- Weltkulturerbe, bewahrt mit ihren ocker- und cremefarbenen Häusern rund um den Marktplatz eine authentische Atmosphäre.
Zu den Höhepunkten zählen das Königsschloss mit seinen markanten Türmen sowie der Königsweg, eine der längsten Repräsentationsstraßen der Welt, der vom Schloss bis nach Wilanów führt. Neben dem Glanz der historischen Bauten erinnern Einschusslöcher an Fassaden in Vierteln wie Praga an den Zweiten Weltkrieg. Eindrücklich erzählt auch das Museum der Geschichte der Juden in Warschau von dieser Vergangenheit. Ein Symbol des Aufbruchs ist schließlich der Kulturpalast, dessen 237 Meter hoher Bau an New Yorks Empire State Building erinnert.
Weltoffenes Krakau
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� Burg Wawel in Krakau
Ein weiterer geschichtsträchtiger Ort ist die Halbinsel Westerplatte: Am 1. September 1939 feuerte das deutsche Linienschiff Schleswig-Holstein hier die ersten Schüsse auf ein polnisches Munitionslager – der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Tief bewegend ist auch das 2017 eröffnete Museum des Zweiten Weltkriegs, das Heldentum und Leid der Polen eindrucksvoll dokumentiert. Ebenfalls bedeutend ist das Europäische Zentrum der Solidarność auf dem Gelände der ehemaligen Lenin-Werft, das die Geschichte der freien Gewerkschaft in Polen und der Bürgerbewegungen in Mittel- und Osteuropa erzählt – schon das markante Gebäude ist einen Besuch wert.
Tipp
Die drei Metropolen lassen sich entspannt mit Polens Hochgeschwindigkeitszug Pendolino entdecken. Der elegante, blau-weiße Zug verbindet in kürzester Zeit Danzig im Norden, Warschau in der Landesmitte und Krakau im Süden. Wichtig: Eine Reservierung ist zwingend erforderlich!